Eingerissener Nagel entzündet: Ursachen, Symptome und schnelle Hilfe

Drückt der Schuh oder schmerzt jeder Handgriff? Ein eingerissener Nagel ist nicht nur lästig und unschön, sondern kann bei einer Entzündung auch zu Schmerzen führen. Doch wie kommt es überhaupt dazu, und wie behandelt man einen eingerissenen Nagel, der auf einmal richtig schmerzt und rot wird?

Eingerissener Zehennagel

Eingerissener Nagel: Symptome einer Entzündung

Eine auffällige Rötung, ein dicker Finger oder ein pochender Schmerz rund um den Finger- oder Zehennagel: Eine scheinbar harmlose Verletzung des Nagels ist nicht nur lästig, sondern kann sich auch zu einer schmerzhaften Nagelbettentzündung (Paronychie) entwickeln.

Typische Symptome einer Entzündung des Nagelbetts oder Nagelfalz nach Nageleinriss:

  1. Rötung
  2. Schwellung
  3. Eiterbildung
  4. Pochender Schmerz
  5. Warmer Entzündungsbereich
  6. Eingeschränkte Beweglichkeit

Definition: Was ist eine Nagelbettentzündung?

Bei einer Paronychie oder Nagelbettentzündung entzündet sich das Gewebe rund um den Nagel. Dafür reicht manchmal bereits eine kleine Verletzung aus, wie zum Beispiel ein eingerissener Nagel. Über diese Eintrittspforte können Bakterien – in seltenen Fällen auch Pilze – eindringen und so Entzündungen im Nagelfalz, Nagelwall oder Nagelbett verursachen.

Hierbei unterscheidet man zwischen einer akuten und einer chronischen Entzündung. Akute Entzündungen entwickeln sich innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen und sind typischerweise mit Rötung, Schwellung, Schmerz, Wärme und manchmal Eiterbildung verbunden. Menschen, die oft feuchte Hände haben oder ständig mit Reinigungsmitteln und anderen Reizstoffen in Kontakt sind, leiden häufiger unter chronischen Entzündungen, die sich über Wochen und Monate hinziehen können. Entstehen diese Symptome berufsbedingt (und unabhängig von einem eingerissenen Fingernagel) ist das unbedingt mit einem Arzt abzuklären, da dies eventuell als berufsbedingte Erkrankung anerkannt werden kann.

Ein eingerissener Nagel ist zunächst nur eine kleine Verletzung von Nagel oder Nagelhaut. Daraus kann sich eine Nagelbettentzündung (Paronychie) entwickeln, die mit Rötung, Schwellung, Schmerz und eventuell Eiter einhergeht.

Nagelbett Infografik Eingerissener Zehennagel und entzuendung

Wie reißt ein Nagel ein?

Eine kleine Unachtsamkeit reicht aus, und schon bleibt man mit dem Nagel zum Beispiel an einem Pulli oder an einer Socke hängen. Oder noch unangenehmer – und leider ein Klassiker unter den lästigsten Alltagsverletzungen: Man bleibt mit der Zehe am Stuhlbein hängen oder stößt sich am Kasten. Allein bei der Vorstellung stellt es einem die Nägel auf – und wenn’s ganz blöd kommt, leider auch im wörtlichen Sinne.

Manchmal ist es aber auch der Nagel selbst, der nicht mehr so viel aushält. Brüchige, schwache Nägel sind daher oft die eigentliche Ursache für schnelle Verletzungen.

Was sind die Gründe für brüchige Nägel:

  • Vitaminmangel
  • Falsche Nagelpflege
  • Immunschwäche
  • Hormonelles Ungleichgewicht
  • Nagelpilz
  • Stress
  • Kontakt mit aggressiven Reinigungsmitteln oder anderen Chemikalien
  • Austrocknung der Hände, zum Beispiel durch häufiges Händewaschen mit Seife oder minderwertigen Desinfektionsmitteln

Lesetipp: Hände waschen im Alltag: So macht man es richtig, damit die Haut geschmeidig bleibt und die Nägel stark bleiben.

Wie kommt es zu einer Entzündung?

Ein eingerissener Nagel kein schöner Anblick. Wenn sich dieser obendrein auch noch entzündet, kann es richtig unangenehm werden. Entzündungen entstehen, wenn der Nagel einreißt und eine kleine Wunde in der Nagelhaut oder am Nagelrand hinterlässt. Diese scheinbar kleine Verletzung kann zu einer Eintrittspforte für Bakterien werden und damit der Beginn einer Entzündung sein.

Neben brüchigen Nägeln oder Alltagsverletzungen durch Anstoßen oder Hängenbleiben können auch zu kurz geschnittene Nägel, eine unsachgemäße Maniküre, Nägelkauen oder ein eingewachsener Nagel zu schmerzhaften Entzündungen führen.

Vorsicht ist besser als Nachsicht: Entzündungen vermeiden

Wenn der Nagel einmal verletzt ist, helfen einfache Maßnahmen, um einer Entzündung vorzubeugen. Behutsame Pflege, vorsichtige Desinfektion und ein Pflaster zum Schutz vor Keimen können dabei unterstützen. Vorbeugende Maßnahmen:

  • Nägel gerade schneiden (besonders an den Zehen), Ecken nicht zu stark abrunden.
  • Nagel- und Handcremes verwenden, um Haut und Nägel geschmeidig zu halten.
  • Hände regelmäßig, aber schonend reinigen und anschließend gut abtrocknen.
  • Händedesinfektionsmittel mit zusätzlichen Pflegestoffen, wie Dexpanthenol (zB. desmanol® pure)
  • Keine aggressive oder gewaltsame Nagelhautentfernung; Nagelhaut höchstens vorsichtig zurückschieben.
  • Handschuhe bei Haus- und Gartenarbeit tragen, vor allem im Umgang mit Reinigungsmitteln, Erde und Wasser.
  • Nägel nicht kauen, nicht an der Haut rund um den Nagel zupfen.

Schnelle Hilfe bei einem entzündeten, eingerissenen Nagel?

Wenn eines der bereits genannten Symptome auftritt – von Rötungen bis hin zu pochenden Schmerzen –, ist rasches Handeln angesagt. Am besten folgen Sie in diesem Fall diesen einfachen Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  1. Hände reinigen
  2. Nagel vorsichtig kürzen
  3. Wunde mit octenisept® gründlich desinfizieren
  4. zusätzlich kann auch octenisept® Gel aufgetragen werden
  5. Pflaster oder sterilen Verband anlegen

Produktempfehlung

octenisept® Spray

Wund- und Schleimhautantiseptikum

Sprühen Sie octenisept® auf die Wunde und lassen Sie das Mittel etwa 60 Sekunden einwirken. Danach octenisept Gel® ein- bis zweimal täglich auftragen, bis die Wunde vollständig verheilt ist. Wichtig: Bei einem schweren bzw. ungewöhnlichen Entzündungsverlauf, starken Schmerzen, rascher Ausbreitung der Rötung oder Fieber sollten Sie umgehend einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren.

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Guter Rat: Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei folgenden Symptomen sollten Sie besser einen Arzt konsultieren:

  • Fieber
  • Keine sichtbare Besserung der Symptome nach zwei bis drei Tagen Selbstbehandlung
  • Starke, pochende Schmerzen
  • Eiteransammlungen (immer ein Warnsignal für eine Infektion durch Keime)
  • Vorerkrankungen (zB. Diabetes oder Immunschwäche)
  • Ausbreitung der Entzündung

Was hilft bei Nagelbettentzündung?

Kommt es zu einer leichten Verletzung des Nagels und in weiterer Folge auch des Nagelbetts, ist eine Behandlung mit einer Kombination aus einem geeigneten Desinfektionsmittel (zum Beispiel octenisept®) und einem Wundgel (z.B. octenisept Gel®) oder alternativ auch einer Creme (z.B octenisept protect&repair cream) oftmals ausreichend. Ist keine merkbare Verbesserung erkennbar, können auch antibiotische Salben ärztlich verschrieben werden.

Wie lange dauert die Heilung einer Nagelbettentzündung?

Die Heilungsdauer hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, wie zum Beispiel Schweregrad der Entzündung, Schonung der betroffenen Stelle und allgemeinem Gesundheitszustand.

In der Regel zeigen leichte Entzündungen oft nach einigen Tagen eine deutliche Besserung. Ausgeprägte, eitrige Entzündungen können einen ein- bis zweiwöchigen Heilungsprozess benötigen; in Einzelfällen und bei Vorerkrankungen kann es auch länger dauern.

Hinweis: Bei Unsicherheiten, ob der Heilungsverlauf „normal“ ist, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren.

FAQs zur Behandlung eines eingerissenen, entzündeten Nagels

In der Regel verlaufen solche Entzündungen harmlos und heilen bei rechtzeitiger Behandlung schnell ab. Bei Unsicherheiten, starken Schmerzen oder einem ungewöhnlichen Verlauf sollten Sie im Zweifelsfall einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

Sollte sich eine leichte Entzündung nach wenigen Tagen nicht deutlich verbessern oder sich sogar verschlechtern, oder treten Fieber oder andere Beschwerden auf, sollten Sie zur Sicherheit einen Arzt konsultieren.

In der Regel sollte ein leicht entzündeter Nagel bei sorgfältiger Behandlung bereits nach wenigen Tagen Anzeichen einer Besserung zeigen. Das bedeutet, dass klar erkennbar sein sollte, dass die Entzündung zurückgeht; die vollständige Heilung kann etwa fünf bis zehn Tage dauern, in schwereren Fällen auch länger. Bei ständiger und (vermuteter) berufsbedingter Exposition sollte auch ein  Arzt oder eine Ärztin konsultiert werden.

Dr. Christoph Klaus

Dr. Christoph Klaus verantwortet als gewerberechtlicher Geschäftsführer die Bereiche Marketing & Scientific Affairs bei Schülke & Mayr GmbH in Österreich. Als promovierter Genetiker mit dem Schwerpunkt Immunologie war er während und nach dem Studium bei der Fa. Baxter sowie an der Medizinischen Universität Wien (Transplantationschirurgie) beschäftigt. Seit 2011 befasst sich Dr. Klaus bei Schülke & Mayr mit wissenschaftlichen Themen aus dem Gebiet der Infektionskontrolle im internationalen Umfeld und damit seit fast zehn Jahren mit der Prävention von Infektionen in unterschiedlichsten Anwendungsgebieten.

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